|
1.-8.7.2003 (IX) Reise
nach Bia³ystok und in die Naturschutzgebiete im Nordosten Polens
Bia³owieski-Nationalpark,
Suwa³ki-Landschaftspark, Wigierski-Nationalpark und Bia³ystok, Suwa³ki,
Tykocin, Bohoniki, Augustów, Sejny u.a.
aaa
|
aaa
Nordostpolen: 8 Tage in Suwa³ki, Sejny, Bia³ystok, Tykocin, Bia³owieza -
dort wächst ¯ubr, das Bisongras (Hierochloe odorata), das auch dem sanften,
von der Damenwelt gern getrunkenen ¯ubrówka seinen Namen gibt. Immer noch
erfüllt sein Duft mein Zimmer und erinnert an die sonnenerfüllten Tage an
den Flüssen San, Narew und Biebrza und an die sanften postglazialen Hügel
und Seen im Landschaftspark Suwa³ki. Die wechselvolle Geschichte hat in
diesem nördlichsten Teil Polens ihre Spuren hinterlassen und ein Zusammenleben
von Menschen verschiedenster Ethnien hervorgebracht: Polen, Litauer, Weißrussen,
Juden, Deutsche und Tataren. Ja, es gibt noch zwei Tatarendörfer mit funktionierenden
Moscheen seit dem 17. Jahrhundert und in Bohoniki sogar eine Tatarenfrau
als Gemeindevorsteherin. Die verschiedenen Kulturen und religiösen Überzeugungen
prägen das Bild der Städte. Sejny z.B., eine 5000 Einwohner zählende Grenzstadt,
durch die den ganzen Tag die Laster von und nach Litauen donnern, versucht
mit seinem 1993 gegründeten, mit internationalen Preisen ausgezeichneten
Verein "Pogranicze" (Grenzland), eine Rückbesinnung auf seine
Multiethnizität und bewahrt so mit ihren vielfältigen Aktivitäten die Vergangenheit
für die Zukunft. Eine alte Bäuerin, die vor ihrem alten russischen Holzhaus
an der Durchgangsstraße saß, meinte auf unsere Frage nach ihrem gepflegten
Garten und all ihrer Arbeit mit einem Seufzer: "Nu, nu, wir wollen
doch in die Europäische Union". Ihr auf Deutsch gesprochenes "Auf
Wiedersehen" hat uns berührt. Viele von uns haben Erkundigungen - aber
nicht nur deshalb - für einen weiteren Aufenthalt eingeholt. Die Schönheit
der Landschaft und ihre Stille liessen uns schwer in den Alltag zurückfinden.
aaa |