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30.7.-6.8.2004
(X) Reise nach Pi³a und Bydgoszcz
Deutsche in Polen
und der 2. Weltkrieg:
Pi³a,
We³na, Osieka, Zdbice, Wa³cz, Bydgoszcz, Che³mno, Koronowo, Œwiecie,
Lubostron, Toruñ u.a
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Nach einem Zwischenstopp in We³na, wo nicht nur die Holzkirchenspezialisten
unter uns von der kleinen Kirche aus dem 18. Jh. und ihren Wandbemalungen
begeistert waren, erreichten wir Pi³a. Die Industrie- und Verwaltungsstadt
an der Gwda ist nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges fast völlig neu
errichtet worden. Die Zeichen des Krieges sahen wir unter kundiger Führung
nahe Zdbice und Wa³cz: den von Deutschen errichteten Pommernwall mit seinen
Befestigungsanlagen und Bunkern, ein Museum und Gedenksteine zu den dortigen
verheerenden Schlachten und Verlusten der polnischen Armee.
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| Ujœcie,
Schiffsfahrt auf der Noteæ |
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Einen Nachmittag verbrachten wir im Freilichtmuseum in Osiek, bei gezeigtem
bäuerlichem Handwerk und in einem Areal der Ausgrabungsergebnisse aus
der Vor- und Frühgeschichte. Unsere Seele liessen wir baumeln auf einer
Schiffsfahrt durch unberührte Flusslandschaft der Noteæ von Ujœcie nach
Czarnków oder auch im Park von Myœlêcinek beim Spazierengehen und auf
den Kutschwagen. Das "Wunder" von Nakielno, wo Autos den Berg
hinauf- anstatt hinabrollen, überprüften wir staunend mit einer Flasche.
In Bydgoszcz an der Mündung der Brda in die Weichsel - sein Altstadtgesicht
ist geprägt durch das ausgehende 19. Jh. mit einigen sakralen Bauten und
denen des Handels aus älterer Zeit - gelangten wir wieder zur polnisch-deutschen
Geschichte zurück. Unsere Begleitung, ein alter Herr - Bydgoszczer Urgestein
sozusagen - und der Leiter des Stadtarchivs breiteten ihr Wissen über
die Geschichte der Stadt und ihre Bevölkerung aus, über die Jahre der
Okkupation nach 1939, die unsägliche deutsche "Volksliste",
die Vorkommnisse des "Bromberger Blutsonntags" sowie die Zeit
des Kriegsendes. Ein Seniorentreffen ließ uns verwirrt über die verschiedenen
Ansichten und Gefühle von ehemaligen Deutschen, die Polen sind, und polnischen
Staatsbürgern, die Wert darauf legen, Deutsche zu sein, zurück. Manche
Ansichten in Rückwärtsgewandtheit waren nicht die unseren.
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| Bydgoszcz,
ul.Jage³³oñska |
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Unser Stadtführer konnte uns aber ebenso fundiert zu allem auf der Fahrt
durchs Weichseltal und im mittelalterlich-frühneuzeitlichen Che³mno mit
seinem Zisterzienser-Kloster (13./14.Jh.) und dem Stadtmuseum im Renaissance-Rathaus
sowie zum Palais des Grafen Fryderyk Skórzewski in Lubostron (1795-1800)
Auskunft geben. Malerisch an der Brda, in einem Tal gelegen ist Koronowo,
ein ehemaliger Kurort, wo ein einheimischer Maler auf uns wartete und wir
die Marien-Kirche, die ehemalige Synagoge, aber auch seine kleine Werk-Ausstellung
besichtigten.
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Und dann wieder: von der Weichselbrücke der unübertroffene Blick auf das
mittelalterliche Toruñ, von seiner Stadtmauer mit den Toren umsäumt. Ein
Altstadtbummel durch die Geburtsstadt Nikolaus Kopernikus' und ein Treffen
mit alten Bekannten aus dem dortigen Frauenförderunszentrum liessen unsere
Reise ausklingen.
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