Fraueninitiative
Berlin-Warschau e.V.
Kyllmannstr. 22, 12203 Berlin
Tel. 030-833 27 25, Fax: 030-843 13 668
e-mail:vielhauer@frauenini-berlin-warschau.de
www. frauenini-berlin-warschau.de
Vorsitzende
Christa Vielhauer
Über
uns
Wir, das waren und sind bis heute 25 Frauen, Deutsche und Polinnen aus
ganz Berlin, aus verschiedenen Berufen, im Studenten- bis Rentenalter.
Unser Interesse an Polen und unsere persönlichen Berührungspunkte zu den
Polen/Polinnen waren bereits seit der Kindheit vorhanden, erst später
entstanden oder seit der Wende neu gewachsen. Mit der Gründung unseres
Vereins, der Fraueninitiative Berlin - Warschau e.V., gaben wir unserer
Beschäftigung mit Polen 1992 einen institutionellen Rahmen.
Wir Berliner Frauen sind an partnerschaftlichen Beziehungen zu Frauen
in Polen interessiert. Durch persönliche Begegnungen wollen wir unsere
Nachbarn nicht nur in allen politischen, gesellschaftlichen und alltäglichen
Bereichen besser kennen lernen, sondern mittels gemeinsamer Arbeit und
längerfristiger Projekte dauerhafte Brücken bauen, gemäß unserem Motto:
"Frauen begegnen sich und tragen dazu bei, ein gemeinsames, friedvolles
Europa zu schaffen".
Geschichte unseres Vereins
Im Herbst 1990 hielt die polnische Soziologin, Dr. Grażyna Firlit-Fesnak,
ein Referat zum Thema: Manipulationsobjekt Frau. Die Rolle der polnischen
Frau in Familie, Beruf und Gesellschaft.
Uns Berliner Frauen wurde schlagartig bewusst, wie wenig wir über dieses
Land und seine Menschen wussten, und wie nahe Polen mit dem Fall der Mauer
an Berlin "herangerückt" war. Nur 80 km war der Grenzfluss Oder
von Berlin entfernt. Staunend mussten wir erkennen, wie politische Willkür,
die den "Eisernen Vorhang" hervorgebracht hatte, geographische
Nähe zu Distanz und Trennung in den Köpfen verwandeln konnte.
Und so begann unser Nachdenken über Polen. Erstmals bewusst nahmen wir
wahr, wie belastet mit Vorurteilen und Stereotypen das deutsch-polnische
Verhältnis war, erwachsen aus der Geschichte der letzten 200 Jahre, die
Polen und Deutschland verband. Nur persönliche Begegnungen und die Beschäftigung
mit der Geschichte konnten Aufklärung bringen und wirkliche Kontakte herstellen.
Im Oktober 1991 fuhren 18 Berliner Frauen nach Warschau. Dort hatte sich
gerade das erste überkonfessionelle und parteienunabhängige Frauenzentrum
(Centrum Kobiet) im Bezirk Żoliborz gegründet. Dieser Besuch wurde Ausgangspunkt
weiterer partnerschaftlicher Beziehungen zwischen Frauen in Warschau und
Berlin. Mehrere Jahre arbeiteten wir mit diesem Centrum Kobiet und dem
dort von Sozialarbeiterinnen 1994 gegründeten Verein "Rodzina"
(Familie) zusammen.
Um die Finanzierung der Begegnungen sicherzustellen, gründeten wir im
November 1992 in Berlin ebenfalls einen Verein, die "Fraueninitiative
Berlin-Warschau" e.V.
Engagement
in den Bereichen Kultur und Bildung
1993 wurde eine Städtepartnerschaft
zwischen dem Berliner Bezirk Steglitz und drei ostpolnischen Städten,
Każimierz Dolny, Nałęczów, und Poniatowa, begründet, in
die auch die Volkshochschule eingebunden war. Es war ein guter Anlass,
Informationen über Polen einem größeren Publikum näherzubringen. Seit
Januar 1995 organisieren wir gemeinsam mit der Volkshochschule Steglitz/Zehlendorf
im Wintersemester sechsteilige Vortragsreihen, in denen kompetente Referentinnen
und Referenten über Aspekte der polnischen Geschichte, der Kultur, der
deutsch-polnischen Beziehungen und über gesellschaftliche Fragen im Vergleich
berichten. Zwei der Vorträge bereiten auf eine Reise im Sommersemester
in verschiedene Gebiete Polens vor.
Engagement in den Bereichen Soziales
Ein weiterer Schwerpunkt
unserer Zusammenarbeit mit den Polinnen lag und liegt im Bereich der Sozialarbeit,
begründet durch unsere ersten Kontakte mit dem Warschauer Centrum Kobiet
in Żoliborz und dem Verein "Rodzina".
So ergaben sich Kontakte zum staatlichen Alten- und Behindertenzentrum
in Marszałki und den Behindertenwerkstätten des Kreises Ostrzeszów, zu
der Organisation "Vis Vitalis" in Poznań für ältere Menschen
und der "Fundacja pomocy dzieciom z chorobą nowotworową" (Hilfe
für das krebskranke Kind) in Warschau. Wir organisieren Transporte und
begleiten ihre Bestrebungen mit gegenseitigen Arbeitsbesuchen, bei denen
Institutionen besichtigt und alle damit zusammenhängenden rechtlichen
und wirtschaftlichen Fragen diskutiert werden.
Engagement in den Bereichen Frauenpolitik und -arbeitslosigkeit
Als die EU-Beitrittsverhandlungen
mit den mitteleuropäischen Ländern - so auch mit Polen - immer intensiver
wurden, unseres Erachtens aber der Bereich Frauen und Gleichstellung vernachlässigt
wurde und noch ist, ("denn auf die Wirtschaft kommt es an"),
veranstaltete die "Fraueninitiative Berlin - Warschau" im Oktober
2000 gemeinsam mit dem "Kujawsko-Pomorskie Centrum Promocji Kobiet"
(Kujawisch-Pommersches Zentrum zur Förderung von Frauen, Toruń) - ohne
dass wir uns vorher kennen gelernthatten, nur durch die elektronischen
Medien verbunden - eine der ersten Tagungen für Frauen in Polen mit dem
Titel "Frauen auf dem Weg nach Europa" in Toruń. Eine enge Beziehung
verbindet uns inzwischen mit der Thorner Frauengruppe.
Aufgrund der geringen staatlichen Versorgung bei Arbeitslosigkeit in Polen
haben viele Frauenorganisationen in Polen Hilfe zur Existenzgründung,
Berufsberatung, Schulungen und Weiterbildung in ihren Programmen. So versuchen
wir auch hier Kontakte zu Vereinen in Berlin zu knüpfen, die in diesen
Bereichen - wie auch in den Bereichen Altersversorgung und Frührentnerdasein
- arbeiten.
Die FIBW als Vermittlerin von Kontakten und Initiatorin von Zusammenarbeit
Auf unseren Reisen
und bei Arbeitsaufenthalten in Polen lernen wir eine Vielzahl von Frauenorganisationen
und andere Einrichtungen kennen, die auf verschiedenen Gebieten arbeiten,
und finden immer neue Anknüpfungspunkte zur Zusammenarbeit zwischen Polinnen
und Berlinerinnen, z.B. mit dem Verein "Women for Women", mit
einem Berufsberatungszentrum für Jugendliche und dem Adam-Mickiewicz-Gymnasium
in Poznań, in Toruń - neben dem KP CPK - mit einer Gesamtschule, mit einem
Verein für Behinderte in Ostrzeszów, mit dem Verein "Pro Senior"
in Piła, in Łódź mit einer Schule für Behinderte, der Universität des
Dritten Lebensalters und in Choszczno mit dem Verein "Kobieta 2000".
Von uns zu Kurzaufenthalten in Berlin eingeladene polnische Vertreterinnen
lernen z.B. die Arbeit von Frauenbeauftragten kennen, besuchen Frauenzentren,
soziale Einrichtungen, Schulen, Frauengründerinnenzentren und von Frauen
organisierte Betriebe, aber sie erwandern auch das kulturelle Berlin.
Auch der Kreis der Berliner Partnerorganisationen für gemeinsame Projektarbeit
und für einen Informations- und Erfahrungsaustausch mit Polen erweitert
sich kontinuierlich, so dass sich ein Netzwerk der persönlichen und dauerhaften
Beziehungen im Aufbau befindet.
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